MFD begrüßt das rechtsstaatliche Vorgehen gegen die salafistische Vereinigung DWR

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Berlin, 16. November 2016

Das Muslimische Forum Deutschland (MFD) begrüßt das Vorgehen deutscher Sicherheitsbehörden gegen diverse Einrichtungen und Mitglieder der salafistischen Vereinigung „Die wahre Religion“ (DWR). Diese salafistische Vereinigung erlangte große Bekanntheit in der Öffentlichkeit durch die Koran-Verteilaktion „LIES!“ in deutschen Städten. Das vom Bundesinnenminister ausgesprochene Verbot wird vom MFD als ein klarer Ausdruck einer wehrhaften Demokratie bewertet.

In unserer freien und offenen Gesellschaft ist kein Platz für die Verherrlichung von Terror und Anwerbung für den Kampf im Namen eines Islam salafistischer Auffassung. Solche Vorgehensweisen verstoßen gegen die verfassungsmäßige Ordnung und den Gedanken der Völkerverständigung. Der von dieser Vereinigung vertretene absolute Vertretungsanspruch des Islam, die Befürwortung des bewaffneten Jihad und die Rekrutierung junger Menschen haben nichts mit der Religionsfreiheit zu tun. Sie sind als gesellschafts- und staatsfeindliche Akte zu verurteilen und damit ein Fall für die Justiz. Der Kampf gegen den extremistischen und politischen Islam ist mit dem Verbot der DWR jedoch noch lange nicht abgeschlossen. Wir beobachten, wie immer wieder neue Strukturen entstehen und auf Akzeptanz stoßen. Zu der entschlossenen rechtsstaatlichen Repression, müssen weiterhin Präventionsstrategien entwickelt werden, damit Jugendliche sich mit unserer Gesellschaft identifizieren und die Bereitschaft entwickeln, sich selbstbestimmt und kritisch mit dem Islam und seinen extremistischen Ausformungen auseinandersetzen. Nur so sind sie ausreichend gegen islamistische Verführungen gewappnet.

Pressemitteilung zum Download

Terrorgefahr und gesellschaftlichen Spannungen lassen sich nicht in exklusiven Kreisen bewältigen!

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Stellungnahme des Muslimischen Forums Deutschland (MFD) zur Pressemitteilung des Bundesministeriums des Inneren (BMI) vom 24.10.2016

Das MFD begrüßt den unter dem Dach der Deutschen Islamkonferenz (DIK) stattfindenden Dialog zwischen den muslimischen Verbänden und Sicherheitsakteuren unter der Federführung des BMI. Die Auseinandersetzung mit Themen wie „Muslimfeindlichkeit“ und „Übergriffe auf Gebetshäuser und Menschen muslimischen Glaubens“ ist dringlich. Mit Bedauern und Sorge nimmt das MFD jedoch zur Kenntnis, dass das BMI in den vergangenen Monaten über „Sicherheitsthemen“ mit muslimischen Organisationen unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutiert hat. Dabei wurden Interessen der Mehrheit der Muslime, die nicht in Verbänden organisiert ist sowie Belange von Akteuren in der deutschen Gesellschaft von den politisch Verantwortlichen außer Acht gelassen.

Konzepte zur Verbesserung der Sicherheitslage in der deutschen Gesellschaft unter Mitwirkung von Muslimen werden konkret nicht genannt. Dies lässt die Schlussfolgerung zu, dass es derzeit keine nennenswerten Konzepte von Seiten der muslimischen Dachverbände und der Bundesregierung gibt.

Die Gefährdung der inneren Sicherheit durch den Islamismus salafistischer Prägung und die Verantwortung der muslimischen Verbände in diesem Kontext werden in der Pressemeldung nicht erwähnt. Ebenso ausgelassen wird die Forderung nach einem innerislamischen Diskurs, der das Ziel haben muss, demokratiegefährdenden Haltungen innerhalb und außerhalb der muslimischen Verbände entgegenzuwirken. Wir warnen davor, die Deutungshoheit über den Islam in Deutschland aus dem nahöstlichen Ausland beeinflussten und gesteuerten muslimischen Organisationen zu überlassen.

Ein gemeinsamer Schulterschluss gegen die islamistische Radikalisierung, den Antisemitismus und die Homophobie setzt voraus, dass alle Akteure die gleiche Meinung teilen, leider haben sich in der Vergangenheit einzelne Mitglieder der muslimischen Verbände immer wieder des Antisemitismus und der Homophobie schuldig gemacht. Diese Tatsache darf nicht unerwähnt bleiben, denn sie trägt u.a. dazu bei, dass die Abneigung innerhalb der deutschen Bevölkerung gegen Muslime wächst.

Um dem entgegenzuwirken, fordert das MFD von der Bundesregierung mehr Transparenz in der Debatte um sicherheitspolitische Fragen innerhalb der DIK sowie die Einbeziehung von muslimischen und nichtmuslimischen Experten, die bereits – unabhängig von den muslimischen Verbänden – einen unerlässlichen Beitrag zur Radikalisierungs- und Terrorismusbekämpfung in Deutschland leisten. Dazu gehört ebenso die Einbindung  von Organisationen, die keine religiöse Ausrichtung haben. Denn nur so lassen sich Terrorgefahr und gesellschaftlichen Spannungen gemeinsam bewältigen.

Pressemitteilung zum Download:

Pressemitteilung_MuslimischesForumDeutschland_24.10.2016

 

Wider Gewalt und Missachtung der Menschenwürde – Stellungnahme des Muslimischen Forums Deutschland

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Berlin, 16. Juni 2016

Wider Gewalt und Missachtung der Menschenwürde –

Stellungnahme des Muslimischen Forums Deutschland

Das Muslimische Forum Deutschland (MFD) verurteilt aufs Schärfste die jüngsten heimtückischen Anschläge in Orlando und auf einen französischen Polizisten sowie dessen Frau in Paris, aber auch die feigen Anschläge in Tel-Aviv und im Irak und bekundet sein aufrichtiges und tiefstes Beileid für die Familien und Freunde der Opfer. Angesicht dieser abscheulichen und menschenverachtenden Taten, die erneut im Namen des Islam verübt wurden, sind wir zutiefst schockiert. Solch ein Akt des Hasses und der Zerstörung hat keinen Platz in einer multireligiösen und pluralistischen Gesellschaft. Es darf keine Form von Gewalt gegen Menschen geben, ganz gleich welcher religiösen Einstellung oder Weltanschauung, welcher politischen Meinung oder sexuellen Orientierung, welcher Hautfarbe oder ethnischer Herkunft sie angehören. Das MFD spricht sich zudem vehement für eine Selbstbestimmung der sexuellen Orientierung aus, ganz gleich ob es sich dabei um eine geschlechterdifferente oder gleichgeschlechtliche Orientierung handelt. Wir betonen zudem ganz klar das Recht jedes Menschen auf Sicherheit und Schutz. Die Würde des Menschen ist das höchste Gut einer gesunden Gesellschaft, das menschliche Leben unantastbar.
Wir rufen alle muslimischen Organisationen und Moscheegemeinden in Deutschland sowie alle anderen demokratischen und zivilgesellschaftlichen Kräfte dazu auf, gemeinsam dem Extremismus die Stirn zu bieten und für ein friedvolles Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft mit lauter Stimme einzutreten.
Auch lehnen wir die Bedrohung deutscher Parlamentarier ab und unterstreichen die Wichtigkeit der freien Debatte in unserer offenen Gesellschaft.
Gerade in Zeiten eines erstarkenden religiösen und nationalistischen Extremismus ist die freie Meinungsäußerung und der Respekt vor Andersdenkenden von fundamentaler Bedeutung.
Zudem ist es bedauerlich, dass es aufgrund extremistischer Agitationen unmöglich wird, politische und andersdenkende Akteure zum muslimischen Fastenbrechen einzuladen. Dies schadet dem Geist des Fastenmonats Ramadan, der Frieden stiften und Dialoge über die Religionsgrenzen hinweg ermöglichen soll.

Pressemitteilung zum Download:

PM_MuslimischesForum_16.06.2016

Ohnmacht und Hilflosigkeit überwinden, den islamistischen Terrorismus an der Wurzel packen – Stellungnahme des Muslimischen Forums Deutschland zu den Terroranschlägen in Paris, Beirut, Ankara und anderenorts

Berlin, 16. November 2015

 

Das Muslimische Forum Deutschland (MFD) bekundet sein aufrichtiges und tiefstes Beileid und Mitgefühl und seine Solidarität mit den Opfern des abscheulichen Terrors in Frankreich und wünscht den Verletzten schnelle Genesung. Unsere Gedanken sind bei den Toten, bei den Menschen, die in den Krankenhäusern liegen und bei allen Angehörigen und Freunden. Wir sind fassungslos und zutiefst traurig über die schrecklichen, abscheulichen und menschenfeindlichen Taten, die im Namen des Islam in Paris, Beirut, Ankara und auf der ganzen Welt verübt werden. Wir verurteilen diesen Akt der Gewalt im Namen des Islam und alle menschenfeindlichen Taten auf der Welt aufs Schärfste.

Das MFD bedauert, dass solche Akte des Terrors durch Positionen innerhalb der islamischen Theologie legitimiert werden. Ein Islamverständnis, das Inhalte vermittelt, die die Radikalisierung begünstigt, ist leider Teil des Problems. Wir laden alle Muslime dazu ein, mit uns daran zu arbeiten, jene wahabitisch-salafistische und auch andere politisierte Formen des Islam zu widerlegen und ihnen mit Entschlossenheit entgegenzuwirken.

Daher plädieren wir für ein Umdenken von einer passiven Solidaritätshaltung hin zum aktiven Engagement für unsere demokratische Zukunft.

Deshalb gilt es jetzt nicht nur die Gewalt zu verurteilen, sondern auch jegliche Hasspredigt, die sich gegen unsere demokratischen und freiheitlichen Werte und unsere offene Gesellschaft richtet.

Wir können den Koran und somit den Islam nur dann vor solchem Missbrauch schützen, wenn wir eine historisch kritische Lesart des Korans etablieren, die den Koran in seinem historischen Kontext verortet und so Gewaltaussagen entschärft. Der theologische Diskurs ist allerdings nur ein Baustein von vielen. Gerade orientierungslose Jugendliche aus Europa sind gefährdet, sich von extremistischem Gedankengut leiten zu lassen. Hier muss durch eine effektive Jugendarbeit, Werte der Demokratie vermittelt und deutlich gemacht werden, dass jeder seinen Platz in unserer Gesellschaft haben kann.

Die Politik und die Gesellschaft sind aufgefordert, dem politischen Islam und dem Dschihadismus mit allen demokratischen Mitteln stärker zu bekämpfen. Heute gilt es mehr als je zuvor, demokratische Werte und Freiheitsverständnisse aktiv zu vermitteln. Dies ist nicht nur die Aufgabe unserer Politik, sondern auch der Zivilgesellschaft und unsere, als Mitmenschen.

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass allen voran die Flüchtlinge selbst Opfer dieses Terrors sind und Schutz bei uns suchen. Wir rufen unsere Mitmenschen dazu auf, ihre differenzierte und vernünftige Denkweise gerade in solchen Krisenzeiten nicht leichthändig aufzugeben. Dieser Terror darf keine falschen Feindbilder erschaffen, dafür sollten wir die wahren Feinde der Demokratie und Menschenwürde gezielter mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen – wir sind uns bewusst, dass wir diesem Hass und dieser Gewalt nur gemeinsam entgegenwirken können.

Wir laden sowohl muslimische Organisationen und Moscheegemeinden in Deutschland als auch die nicht-muslimische deutsche Zivilgesellschaft ein, gemeinsam unser demokratisches und friedliches Gesicht allen gewalttätigen Extremisten zu zeigen.